Infoblatt  Halsschmerzen

Ursache

Ein Großteil (50-80%) der Halsschmerzen wird hervorgerufen durch Viren, ein Teil durch Bakterien (v.a. Streptokokken). Ein Stamm der Streptokokken, der auch gleichzeitig einen Hautausschlag und Zungenveränderungen verursacht, ruft den Scharlach hervor.

Ein Nachweis von Streptokokken heißt aber nicht automatisch, dass dies auch die Halsschmerzen verursachen.

Verlauf

Die meisten Halsschmerzen heilen spontan d.h. ohne Therapie, nach 3 Tagen sind bei 30-40% der Patienten die Halsschmerzen abgeklungen, nach einer Woche sind 80-90% der Patienten beschwerdefrei

Komplikationen sind selten bis sehr selten. Die häufigste Komplikation ist ein Abszess bei ca 1% der Patienten

Gründe einen Arzt aufzusuchen

Hohes Fieber, wenig trinken, schlechter Allgemeinzustand, starke Schmerzen, keine Besserungstendenz nach 3 Tagen.

(Schwierigkeiten den Mund zu öffnen sind dringend behandlungsbedürftig)

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt am besten durch eine ärztliche Untersuchung.

Sowohl ein Rachenabstrich mit anschließender Kultur als auch der Schnelltest haben Mängel. Selbst bei Gesunden können die Rachenmandeln von Streptokokken besiedelt sein, die aber keinerlei Erkrankung auslösen (Streptokokken-Träger). Ein Test auf Streptokokken erlaubt daher keine Unterscheidung, ob der Patient tatsächlich an Streptokokken erkrankt ist oder als „Streptokokken-Träger“ an der häufigeren Virus-Infektion erkrankt ist. 

Therapie

Antibiotika (AB)

  • AB-Gabe verkürzt die Erkrankungsdauer um 16h bis 1 ½ Tag (bei klinisch deutlichen Hinweisen auf Streptokokken als Verursacher).
  • AB werden häufig verordnet um Komplikation an Herz und Nieren zu verhindern. Diese waren früher (vor mehr als 50 Jahren) häufig und sind heute extrem selten. Darüber hinaus  gibt es keinen Nachweis, dass AB diese Komplikationen verhindern können.
  • AB können keine Ansteckung von Kontaktpersonen verhindern             

Gegen AB spricht

  • eine fehlende Wirksamkeit bei Viren,
  • eine deutliche Beeinflussung der natürlichen Bakterienbesiedelung des Patienten und von Menschen in seiner Umgebung,
  • die Förderung der Entwicklung von gegen das AB unempfindlichen Bakterien und die Gefahr allergischer Nebenwirkungen (7-40 von 1000 Behandlungen) die auch tödliche Verläufe nehmen können (1-3 von 100000 Behandlungen)

Eine AB Behandlung sollte daher Patienten mit schwerem Verlauf vorbehalten bleiben.

Quelle: Leitlinie Nr. 14 Halsschmerzen der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemein-Medizin)

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